Als soll die Welt schier brechen

Konzert des Countertenors Alexander Schneider

Am Donnerstag, den 3. Mai Abends, um 20.00 Uhr werden der Countertenor Alexander Schneider und Organist Thorsten Schlepphorst gemeinsam ein weiters Konzert der Reihe BACH 1720 gestalten.

Vor 400 Jahren, am 23. Mai 1618, drangen knapp 200 Vertreter der protestantischen Stände in die Prager Burg ein und warfen zwei königliche Statthalter und einen Beamten aus einem Fenster etwa 17 Meter tief in den Burggraben. (Wobei alle drei überlebten, weil sie auf einem Misthaufen landeten.) Dieses Ereignis, heute als Prager Fenstersturz bekannt markiert den Beginn des 30-jährigen Krieges, der dann 1648 mit dem Frieden von Münster und Osnabrück sein Ende fand.

Die beiden Musiker wollen in ihrem Konzert an dieses Ereignis erinnern und dabei den Bogen bis zu Johann Sebastian Bach schlagen. Ein Teil des Konzertes wird sich der Musik aus der Zeit des 30 jährigen Krieges widmen, der Epoche des musikalischen Frühbarock, widmen. Eine musikalische Periode, die – man sollte es wegen der äußeren Umstände nicht erwarten – enorme musikalische Innovationen hervorgebracht hat.

So wird beispielweise Musik von Tobias Michael, einem der Vorgänger Bachs im Amt des Thomaskantors, erklingen. In der Reihe BACH 1720 fehlt natürlich auch Johann Sebastian Bach nicht. Zwei Arien aus Kantaten, sowie Stücke aus dem „wohltemperierten Clavier“, gespielt auf der Orgel sind auch zu hören. 

Alexander Schneider wurde in Frankenberg/Sachsen geboren und war Mitglied im Dresdner Kreuzchor. In Nordwalde trat er schon dreimal zusammen mit dem von ihm gegründeten und geleiteten Ensemble „polyharmonique“ auf. Zuletzt sang er in Nordwalde die Altsolopartie in der Messiasaufführung im Januar 2017.

Der Altist lebt in Belgien und arbeitet mit vielen namhaften Ensembles zusammen, darunter Cantus Cölln, Collegium Vocale Gent, Akademie für Alte Musik Berlin, Dresdner Kammerchor, Ensemble Amarcord, Musica Fiata Köln und die Lauttencompagney Berlin.

Er sang unter der Leitung namhafter Dirigenten, u.a. Philipp Herreweghe, René Jacobs, Martin Haselböck und Marcus Creed. Zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen dokumentieren diese Arbeit.

Das Musiktheater führte ihn an das Theater Heidelberg, die Oper Leipzig, das Goethe-Theater Bad Lauchstädt, das Theater Gera und das Schlosstheater Potsdam im Neuen Palais. Am Theater Luzern stand er als Oberon in Brittens „Midsummer Night’s Dream“ auf der Bühne. Zur Welturaufführung der Jazz-Oper „Casanova“ von Daniel Schnyder gastierte er in Gstaad/Schweiz und New York City/USA.

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