Kirchenmusik an den Weihnachtstagen

 24.12. 2019 14.30 Uhr

Krippenspiel mit den Chören der Wichernschule, der Gangolfschule, der Aufbaustufe und den Kindern des Familienchores.

24.12. 2019 18.00 Uhr –   Es singt der Seniorenchor

„Agnus Dei“ (Gounod)

„Lauft, ihr Hirten“ (S. Strohbach)

„Ein Kindlein ward geboren“ (I. Reimann)  

„Die Hirten bei der Krippe“ (F.X. Engelhart) 

„Joseph, lieber Joseph mein“

24.12. 2019 22.00 Uhr –  Es singt venestra musica

„O magnum mysterium“ (M. Lauridsen)

„Es ist ein Ros entsprungen“ (M. Praetorius)

„Nun freut euch ihr Christen“ (D. Willcocks) Nr. 105

„Hört, es singt und klingt mit Schalle“ (A. Rowley) Nr. 76

„For unto us a child ist born“ (Händel) Nr. 11

Gaudete (Piae cantiones)

25.12. 2019 10.30 Uhr – Es musizieren das Pfarrorchester,  die Mädchenkantorei und der Chor Einklang 

Kyrie: 

Messa per coro a due voci bianche (P. Valtinoni) Nr. 5, 1

Gabenbereitung: 

Chor/Orchester: Heller Stern in der dunklen nacht (Rutter)

Sanctus: 

Messa per coro a due voci bianche (P. Valtinoni) Nr. 5 , 3

Agnus Dei:

Messa per coro a due voci bianche (P. Valtinoni) Nr. 5, 4

Kommunion:

Orchester: Andantino (Tritant/)

Personet hodie (Holst)/ Nr. 26

Chor/Orchester: Heller Stern in der dunklen Nacht (Rutter)

Freu dich Erd’ und Sternenzelt (Strohbach)

Auszug: Hell vom Turm die Glocken künden

Weihnachtliches Konzert (Programm)

1. Das alte Jahr vergangen ist

Orgelvorspiel: Vom Himmel hoch, da komm ich her BWV 606

Choral gesungen von Chor und Gemeinde

2. Missa

Johann Caspar Ferdinand Fischer: Praeludium E-Dur

Johann Sebastian Bach: Missa brevis F-Dur BWV 233

3. Gruß – Kollektengebet -Epistel

4. Helft mir, Gottes Güte preisen

Orgelvorspiel: Helft mir, Gottes Güte preisen BWV 613

Choral gesungen von Chor und Gemeinde

5. Evangelium

6. Credo in unum Deo

Orgelvorspiel: Fughetta super Wir glauben all an einen Gott BWV  681

Choral gesungen von Chor und Gemeinde

 7. Hauptmusik

Johann Sebastian Bach: Praeludium E-Dur BWV 853 (aus: „Das wohltemperiert Clavier I“)

Weihnachtsoratorium Teil IV: Fallt mit Danken, fallt mit Loben BWV 241

8. In dulci jubilo

Orgelvorspiel: In dulci jubilo BWV 608

Choral gesungen von Chor und Gemeinde

9. Pause (statt der Predigt)

10. Puer natus in Bethlehem

Orgelvorspiel: Puer natus in Bethlehem BWV 603

Choral gesungen von Chor und Gemeinde

11. Praefation – Sanctus

Johann Sebastian Bach: Sanctus D-Dur BWV 238

12. Vater unser/Einsetzungsworte

13. Agnus Dei

Agnus Dei BWV 232

14. Musica sub Communio

Wie schön leuchtet der Morgenstern, für Oboe und Orgel (G.F. Kauffmann)

Wie schön leuchtet der Morgenstern (alio modo) Orgel solo

Kantate: Wie schön leuchtet der Morgenstern BWV 1

15. Schlussgebete – Segen

Pachelbel: Praeludium g-moll

Gott, sei uns gnädig BWV 323

16. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich

Orgelvorspiel: Lobt Gott, ihr Christen allzugleich BWV 609 

Choral gesungen von Chor und Gemeinde

17. Postludium – Vincent Lübeck: Praeludium E-Dur

 

Katharina Brodesser, Sopran

Judit Westhues, Echo-Sopran

Alexander Schneider, Countertenor

Andreas Scholz, Tenor

Arndt Winkelmann, Bass

 

Chor P20

 

Barockorchester Münster

 

Leitung:

Thorsten Schlepphorst

Weihnachtliches Konzert (Einführung)

Messe am Fest der Beschneidung Christi 
 1. Januar 1735
Wie sie an diesem Tag in der Leipziger Thomaskirche hätte gefeiert werden können.

Über das Programm

Wir sind es gewohnt, die Musik vergangener Generationen zu hören. Dies geschieht auf vielfältige Weise: zu Hause aus dem Radio, vom Tonträger über die Musikanlage, unterwegs im Auto oder per Kopfhörer. Gelegentlich wohnen wir Liveaufführungen bei, so wie Sie heute. Fast immer ist es so, dass die Musik, die wir hören, in anderen Zusammenhängen und in anderen Räumen erklingt, als dies zu ihrer Entstehungszeit der Fall war. (Orgelmusik mag hier vielleicht gelegentlich eine Ausnahme bilden.) Nehmen wir die Musik Bachs als ein Beispiel: Im Advent erklingen vielerorts die Kan-taten des Weihnachtsoratoriums. Zum Einen wird hier Musik, die für die Weihnachtsfesttage komponiert wurde, in eine völlig gegensätzliche Zeit – nämlich die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest – verpflanzt; zum Anderen werden meist drei oder vier der Kantaten hintereinander musiziert.

Bach hat diese 6 Kantaten des  Weihnachtsoratoriums aber für 6 verschiedene Got-tesdienste geschrieben. Und in diesen Gottesdiensten wurde nicht nur jeweils eine Kantate musiziert, sondern noch eine große Zahl weiterer, zum Teil recht umfang-reicher, und vor allen im Charakter unterschiedlicher Musik aufgeführt. Diese musikalische und liturgische Zusammengehörigkeit wollen wir in diesem Konzert erlebbar machen. 

In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts hatte Leipzig etwa 30.000 Einwohner, also etwas weniger als beispielsweise Greven heute, war aber eine Kultur- und Handels-metropole mit eigener Universität und einer zweimal jährlich stattfindenden Messe. Entgegen dem allgemeinen Trend am Anfang des 18. Jahrhunderts war die Zahl der Gottesdienstbesucher in Leipzig sehr hoch. Man baute neue Kirchen und wieder-eröffnete schon geschlossene. Die Kirchenmusik fand breite Pflege. Bach war als Thomaskantor für die Musik an gleich fünf Kirchen verantwortlich, wobei er natürlich immer nur an einem Ort sein konnte, und nicht an allen Kirchen so aufwändig musiziert wurde wie in St. Thomas und St. Nikolai. (In diesen beiden Kirchen wechselten die Aufführungen der sonntäglichen Kantaten im wöchentlichen Rhythmus.)

Man pflegte fast alle gängigen Musikstile: gregorianischer Choral, Gemeindegesang mit und ohne Orgelbegleitung, Motetten in großer Zahl auch von Musikern des 16. und 17. Jahrhunderts, Orgelmusik und die moderne, konzertierende Kirchenmusik. Der Gottesdienst in Leipzig hielt sich an an die von Luther 1523 aufgestellte „Formula Missa et Communionis“. Diese Reformvorschläge waren einerseits sehr konservativ; wo es irgend möglich war, hielt Luther an der Tradition fest (keinesfalls eliminierte er alles Latein aus dem Gottesdienst), sogar der Begriff „Messe“ blieb bestehen. Der Ablauf entsprach genau dem der alten katholischen Tradition. Der Abendmahlsteil wurde neu gestaltet, dies hing mit dem neuen Verständnis der Abendmahlsfeier zusammen. Luther war ein großer Musikliebhaber und wünschte sich für den Gottesdienst sowohl den einfachen deutschen Gemeindegesang, als auch hohe künstlerische Standards.

Oft waren es die Kantoren, die für Sonn- und Festtage neue Kompositionen im modernen Stil komponierten. Zur Zeit Johann Sebastian Bachs, er war Thomaskantor von 1723 – 1750, wurde dieser moderne Stil zum Beispiel in der wöchentlich wechselnden Kantate gepflegt; an Festtagen auch in den sogenannten Ordinariumssätzen Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei.

Der Hauptgottesdienst, das Amt,  in St. Nikolai oder St. Thomas konnte Sonntags bis zu 4 Stunden dauern. Er begann um 7.00 Uhr morgens; um 8.00 Uhr begann die einstündige Predigt. Da die liturgischen Teile, die in der ersten Stunde gesungen und gebetet wurden, natürlich nicht immer gleichlang ausfielen, oblag es dem Organisten durch seine (improvisierten) Vor- und Zwischenspiele die Zeit so auszufüllen, dass die Predigt pünktlich beginnen konnte.

Viele Gottesdienstbesucher halten es heute für die wichtigste Aufgabe der Orgel, die von der Gemeinde gesungenen Lieder zu begleiten. Bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts hatte sich diese Aufführungsweise aber noch nicht überall durchgesetzt. Auch in den Leipziger Kirchen gab es mehrere Varianten des Gemeindegesangs, die auch heute im Konzert vorkommen: Die Orgel begleitet so, wie wir es heute gewohnt sind, allerdings wurde damals wesentlich langsamer gesungen als heutzutage und an den Zeilenenden, wenn die Gemeinde atmet, spielt der Organist ein kleines Zwischenspiel. Die Lieder wurden grundsätzlich mit allen Strophen gesungen, was bei manchen Liedern durchaus eine Viertelstunde dauern kann. Wir werden es heute so machen, dass der Chor jeweils die erste Strophe des Liedes allein singt, danach sind Sie eingeladen, die restlichen Strophen kräftig mitzusingen.

Viel Zeit im Gottesdienst brauchte auch die Austeilung des Abendmahls. Eine  vier-stellige Anzahl von Personen empfing jeden Sonntag das Abendmahl unter beiderlei Gestalten. Dabei stellten sich die Gläubigen nicht, wie heute in der katholischen Kirche üblich, in Reihen an, um dann sofort wieder zum Platz zu gehen. Im Altarraum sammelten sich Gruppen, die nach dem Sakramentempfang noch einen Segen zugesprochen bekamen, um dann der nächsten Gruppe Platz zu machen. Hier war Raum für mindestens eine Stunde Musik. Nicht selten wurde eine zweite Kantate auf-geführt. Orgelmusik und Gemeindegesang wurden ebenfalls praktiziert.

Überhaupt wurde der ganze Gottesdienst gesungen. Außer der Predigt, die in unserer heutigen Aufführung durch eine kleine Pause ersetzt wird, gab es nur noch einen zweiten Punkt, der gesprochen wurde, die sehr umfangreichen Abkündigungen. Auch diesen Teil, der durchaus eine gute halbe Stunde dauern konnte, lassen wir in unserem Konzert weg. Trotzdem werden sicher gut zwei Stunden vergehen, bevor diese musikalische Rekonstruktion des Festgottesdienstes zu Ende geht.

Noch ein Wort zu den Texten im Programmheft. Alle Lied-, Gebets- und Bibeltexte werden in der Schreibweise wiedergegeben, wie wir sie in den Quellen der Bachzeit vorgefunden haben: in nach heutigen Gewohnheiten in manchmal recht abenteuerlicher Rechtschreibung.

 

BACH 1720 – Nun komm der Heiden Heiland

Orgelmusik bei Kerzenschein

Orgelkonzert VI
Ludger Lohmann, Orgel

Präludium und Fuge f-Moll 534

Wo soll ich fliehen hin 694
Durch Adams Fall ist ganz verderbt (Neumeister-Choral) 1101
Fuga sopra Durch Adams Fall ist ganz verderbt 705
Durch Adams Fall ist ganz verderbt (Orgelbüchlein) 637

Triosonate e-Moll 528
(Adagio/Vivace – Andante – Un poco vivace)

Liebster Jesu, wir sind hier 730
Liebster Jesu, wir sind hier à 2 claviers et pédale 731 2
Liebster Jesu, wir sind hier (Orgelbüchlein) 634

Nun komm‘ der Heiden Heiland (Fughetta) 699
Nun komm‘ der Heiden Heiland (Orgelbüchlein) 599

Präludium und Fuge d-Moll 539

Die sechs „Schübler-Choräle“:
Wachet auf, ruft uns die Stimme 645
Wo soll ich fliehen hin / Auf meinen lieben Gott 646
Wer nur den lieben Gott läßt walten 647
Meine Seele erhebt den Herren 648
Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ 649
Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter 650

Präludium und Fuge e-Moll 548

Im Anschluss an das Konzert laden wir zu einem Künstlergespräch bei einer Tasse Glühwein in den Pfarrsaal ein.

BACH 1720 – Konfrontationen am 29. September 2018

Im nächsten Konzert der BACH 1720 Reihe gibt es natürlich Musik des großen Thomaskantors zu hören. Im Mittelpunkt steht aber eines der bekanntesten und beliebtesten Werke der Musikgeschichte: Franz Schuberts „Deutsche Messe“.

Die Gegensätze der Musikstile sind der rote Faden des Abends. Konfrontationen ist deshalb auch die Überschrift des Konzertes. Venestra musica und das Holzbläserensemble der Musikschule sind die Ausführenden. Beide Ensembles sind im Kreis Steinfurt gute bekannte und geschätzte Laienmusiker. Die Bläser, die die „Deutsche Messe“ begleiten konfrontieren die Musik Schuberts mit Sätzen aus Bachs „Kunst der Fuge“. 

Zum Anfang und Schluss des raffiniert angerichteten Programms erklingt Bachs beliebter Choral „Jesus bleibet meine Freude“. Eine dritte Klangwelt tut sich im Gloria auf. Hier trifft Schubert auf das 21. Jahrhundert. Venestra musica wird das Gloria aus der „Missa Rigensis“ des lettischen Komponisten Ugis Praulins einstreuen. 

Vertraute und neue Klänge werden die Zuhörer an diesem Konzertabend in ihren Bann ziehen.

Samstag, 29. September 19.30 Uhr

Beginn um 19.30 Uhr

Eintritt 10,00 €, Schüler und Studenten frei